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Schnellschach- und Blitzschach-WM 2017 in Riad (SA)
31.12.2017

International

Schnellschach- und Blitzschach-WM 2017 in Riad (SA)

Zwischen dem 26. und 30. Dezember 2017 wurden im Apex Convention Centre im KAPSARC (King Abdullah Petroleum Studies and Research Centre) in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad die König Salman Schnellschach- und Blitzschach-Weltmeisterschaften 2017 jeweils in einem offenen wie auch in einem Frauenbewerb ausgetragen. Weltmeister Magnus Carlsen (klassisches Schach) wie auch die amtierenden Weltmeister Sergej Karjakin (Blitzschach) und Wassyl Iwantschuk (Schnellschach) waren am Start. 

Alle Spieler(innen), die in den FIDE Ratinglisten von September bis Oktober 2017 mit mindestens 2600 Elo für das Open und 2300 Elo für den Frauenbewerb aufschienen, waren berechtigt, an diesen König Salman Schnellschach- und Blitzschach-WM teilzunehmen. Zuvor hatte die FIDE angekündigt, dass weibliche Teilnehmer keinen Hijab (islamisches Kopftuch) und keine Abaya (islamisches Überkleid) während der Spiele tragen müssen. Es ist dies das erste Mal, dass das bei einer Sportveranstaltung in Saudi-Arabien genehmigt wurde. Die FIDE war für ihre Entscheidung, diese Weltmeisterschaften in einem Land auszurichten, das nicht das sicherste ist, wo die Menschenrechte mit Füssen getreten werden, wo die Homosexualität illegal und wo das Wort „Frauenrechte“ ein Fremdwort ist, heftiger Kritik ausgesetzt. Die FIDE hält es offenbar genauso wie der römische Kaiser Vespasian: „non olet“ [lat. „es (das Geld) stinkt nicht“]. Nach dem Ausspruch Vespasians, soll dieser seinem Sohn Titus das erste aus der Besteuerung der Bedürfnisanstalten eingenommene Geld unter die Nase gehalten haben, um ihm verständlich zu machen, dass man dem Geld nicht anmerkt, auf welche Weise es erworben wurde.

Bei diesen vier Veranstaltungen wurde ein Rekordgesamtpreisfonds von 2,000.000 US-$ ausgeschüttet. Sowohl beim Schnellschach wie auch beim Blitzschach war im Openbewerb der erste Platz mit jeweils 250.000 US-$ dotiert, bei den Frauen mit 80.000 US-$. Insgesamt wurden 30 Preise bei jeder Veranstaltung vergeben.

Die Titelverteidigerin, GM Anna Musytschuk (UKR), Frauen-Weltmeisterin sowohl im Schnellschach (2016) wie auch im Blitzschach (2014 und 2016), nahm – wie viele andere Spielerinnen und Spieler – aus Protest über das Austragungsland an diesen Weltmeisterschaften nicht teil und begründete dies auf Facebook wie folgt: „Die FIDE hat Ende dieses Jahres Saudi-Arabien die Schnellschach- und Blitzschach-Weltmeisterschaften zugesprochen. Zuerst der Iran, dann Saudi-Arabien . . . man fragt sich, wo die nächsten Frauen-Weltmeisterschaften stattfinden werden. Trotz des Rekordpreisfonds (2 Mio. US-Dollar insgesamt) werde ich nicht in Riad spielen, was bedeutet, dass ich zwei Weltmeistertitel verliere. . . .“ Auf Nachfrage bestätigte Anna Musytschuk, dass auch ihre Schwester, die frühere Schachweltmeisterin (2015/16) Marija Musytschuk, ebenso wie Alina Kaschlinskaja (RUS), Ana Matnadse (GEO), Jovanka Houska (ENG) und auch Fabiano Caruana (USA), Wladimir Kramnik (RUS), Hikaru Nakamura (USA) und Wesley So (USA) die Teilnahme an diesen Weltmeisterschaften abgesagt haben. Aber auch iranische und israelische Spieler(innen) fehlten.

 

Schnellschach-WM vom 26. bis 28.12.2017 (15 Runden à 15 min plus 10 s/Zug)

Im offenen Bewerb waren 134 Spieler (darunter 103 GM . . .) aus 42 Föderationen am Start. Bemerkenswert ist, dass der topgesetzte amtierende Schachweltmeister GM Magnus Carlsen (NOR) mit erstaunlichen 2908 (!) Elo im Schnellschach-Event startete. Carlsens Start war aber holprig. In der ersten Runde verlor er gegen Bu Xianzhi, jenen chinesischen Großmeister, der ihn schon im September beim FIDE Weltcup in Tiflis in der dritten Runde aus dem Turnier warf. Mit einem Remis gegen Eljanov in der dritten Runde und drei Siegen beendete er den ersten Spieltag (3,5 Punkte aus 5) auf dem 14. Platz; die Tabelle führten Wladimir Fedossejew (RUS) und Baadur Jobava (GEO) mit jeweils 4,5 Punkten an. Genauso uneben ging es für Carlsen auch am zweiten Spieltag weiter: mit drei Siegen, einem Remis gegen Peter Svidler (RUS) und einer Niederlage gegen Viswanathan Anand (IND) scorte er mit insgesamt 7,0 Punkten auf dem 6. Platz. Rumplig war auch der dritte und letzte Spieltag, obwohl er nach zwei Siegen in der 12. Und 13. Runde kurzzeitig die Tabellenführung übernommen hatte. Aber mit zwei Remisen und einer Niederlage (gegen Grischtschuk) in der Folge war für ihm mit 10,0 Punkte die Schnellschach-WM auf Platz 5 zu Ende.

Fedossejew, der Einzige, der die ersten vier Runden gewonnen und danach die alleinige Führung übernommen hatte, behielt den ersten Platz (meist mit einem halben Punkt Vorsprung) bis zur 11. Runde bei. Nach einem Remis in der 11. Runde und seiner Niederlage gegen Carlsen in der 12. Runde musste Fedossejew diesem (zwei Runden lang) die Führung überlassen und so schaffte er es mit zwei Remisen und einem Sieg – punktegleich mit Anand und Jan Nepomnjaschtschi (RUS) – schließlich nur noch auf Rang 2. 

Anand, unbesiegt nach 15 Runden, der stets im Hintergrund lauerte, schaffte nach der 14. Runde den Sprung auf die Spitze und blieb schließlich trotz „nur“ eines Remis gegen Bu Xiangzhi in der Schlussrunde mit 10,5 Punkten aus 6 Siegen und 9 Remisen aufgrund der Feinwertung Tabellenerster.

Die besten Fünf:

1.         GM Viswanathan Anand                           (IND)     10,5       2733

2.         GM Wladimir Fedossejew                        (RUS)    10,5       2728

3.         GM Jan Nepomnjaschtschi                      (RUS)    10,5       2700

4.         GM Bu Xiangzhi                                       (CHN)   10,0       2746

5.         GM Magnus Carlsen                                 (NOR)   10,0       2712

Vorjahressieger Wassyl Iwantschuk (UKR) belegte in diesem Jahr mit 6,5 Punkten nur den 98. Platz. 

 

Im Frauenbewerb beteiligten sich 100 Spielerinnen (von 19 GM, 31 WGM abwärts) aus 33 Föderationen. Auch bei den Frauen verlor zum Auftakt die topgesetzte Kateryna Lagno (RUS) gegen Jolanta Zawadzka (POL), aber anders als Magnus Carlsen konnte sie sich nicht mehr aufraffen. Nach einer weiteren Niederlage in der 4. Runde, einem Remis in der 3. Runde und zwei Siegen war für sie der erste Spieltag mit 2,5 Punkten (aus 5) auf dem 50. Rang zu Ende. Etwas besser ging es ihr am zweiten Spieltag, an dem sie 3,5 Punkte erkämpfte. Mit nunmehr 6,0 Punkten lag sie dann auf Rang 27. Auch am dritten und letzten Spieltag lief es für Lagno nicht ganz „rund“. Sie erkämpfte zwar zwei Siege und zwei Remisen, musste aber auch eine Niederlage gegen Nino Batsiaschwili (GEO) einstecken und beendete die Weltmeisterschaft im Schnellschach mit 9,0 Punkten auf dem 23. Platz. 

Mit Startrang 4 überraschte die 26-jährige chinesische Ju Wenjun, die die ersten fünf Partien gewonnen hatte und sich am zweiten Spieltag mit einem Sieg und vier Remisen etwas ausruhen konnte, was ihr mit 8,0 Punkten aber immer noch für die Tabellenspitze mit einem halben Punkt Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen genügte. Am dritten Spieltag heimste sie noch 2 Siege und 3 Remisen ein, was der Unbesiegten letzten Endes mit 11,5 Punkten den Sieg einbrachte.

Ihre 20-jährige Landsmännin, Lei Tingjie, die nur in ihrer Partie gegen Ju Wenjun einen Punkt abgab, schaffte mit 8 Siegen und 6 Remisen 11,0 Punkte und damit den zweiten Platz.

Ebenfalls unbesiegt, so wie Ju Wenjun, blieb IM Elisabeth Pähtz (GER), was der Deutschen mit 6 Siegen und 9 Remisen schließlich 10,5 Punkte und den 3. Rang einbrachte.

Die besten Drei:

1.         GM Ju Wenjun                                              (CHN)   11,5

2.         GM Lei Tingjie                                               (CHN)   11,0

3.         IM Elisabeth Pähtz                                       (GER)    10,5  

 

Schnellschach Open

http://chess-results.com/tnr323006.aspx?lan=0&art=1&rd=15&flag=30&wi=821                                          

 

Schnellschach Frauen 

http://chess-results.com/tnr323007.aspx?lan=0&art=1&rd=15&flag=30&wi=821

 

FIDE-Schnellschach-Weltmeisterschaften (2003 und seit 2012)                     

 

Blitzschach-WM am 29. und 30.12.2017 (21 Runden à 3 min plus 2 s/Zug)

Im offenen Bewerb beteiligten sich 138 Spieler (davon 106 GM) aus 46 Föderationen, darunter mit Startrang 1 Schachweltmeister Magnus Carlsen (NOR) mit unglaublichen 2986 (!) Elo und mit Startrang 3 der seit einem Jahr amtierende Weltmeister im Blitzschach, Sergej Karjakin (RUS), mit immerhin auch 2854 Elo.

Lag bis nach der 6. Runde der Russe Sanan Sjugirov in Führung, musste dieser nach der 7. Runde (mit kurzer Unterbrechung) bis nach der 10. Runde dem Franzosen Maxime Vachier-Lagrave die Tabellenspitze überlassen, als sich ab Runde 11 der Titelverteidiger Sergej Karjakin bis nach Runde 14 durchsetzte, der sich von Runde 15 bis Runde 17 mit Magnus Carlsen um den Führungsanspruch duellierte, bis aber nach der 18. Runde Carlsen die alleinige Führung übernahm und mit 16,0 Punkten (= 76,2 %) neuer Blitzschach-Weltmeister wurde. Titelverteidiger Sergej Karjakin finalisierte 1,5 Punkte hinter Carlsen auf dem zweiten Platz und mit ebenfalls 14,5 Punkten wurde Viswanathan Anand (IND) Dritter. Carlsen und Karjakin haben in diesem Jahr ihre Vorjahrsplätze getauscht.

Die besten Drei:

1.         GM Magnus Carlsen                     (NOR)   16,0

2.         GM Sergej Karjakin                     (RUS)    14,5

3.         GM Viswanathan Anand               (IND)     14,0

 

Im Frauenbewerb waren 100 Spielerinnen (von 20 GM, 31 WGM abwärts) aus 34 Föderationen am Start.

Die mit Startrang 12 startende Georgierin Nana Dsagnidse stand schon seit der 5. Runde an der Tabellenspitze, von der 8. bis zu 18. Runde wechselte sie diese ständig mit der 54-jährigen Grand Dame des schwedischen Schachsports, Pia Cramling (Startrang 53!), ehe sie im Endspurt die alleinige Führung übernahm und schließlich mit 16,5 Punkten (= 78,6 %) ins Ziel kam und damit neue Blitzschach-Weltmeisterin wurde. Den beiden im Nacken saß die Blitzschach-Weltmeisterin von 2012, Walentina Gunina (RUS), die sich von der 6. bis zur 18. Runde immer auf den Plätzen 2 bis 5 bewegte, bis sie schließlich nach der 19. Runde den zweiten Platz erklomm, den sie mit einem halben Punkt Rückstand bis ins Finale brachte und damit denselben Rang einnahm wie im Vorjahr. Punktegleich mit 14,0 Punkten landeten die Chinesin Ju Wenjun auf Platz 3 und die Russin Kateryna Lagno, die Blitzschach-Weltmeisterin von 2010, auf Rang 4.

Die besten Fünf:

1.         GM Nana Dsagnidse                                   (GEO)   16,5

2.         GM Walentina Gunina                               RUS)      16,0

3.         GM Ju Wenjun                                          (CHN)   14,0

4.         GM Kateryna Lagno                                    (RUS)    14,0

5.         GM Pia Cramling                                       (SWE)   13,5

 

Blitzschach Open

http://www.chess-results.com/tnr323557.aspx?lan=0&art=1&rd=21&turdet=YES&flag=30&wi=821                              

 

Blitzschach Frauen

http://www.chess-results.com/tnr323555.aspx?lan=0&art=1&rd=21&turdet=NO&flag=30&wi=821               

 

Offizielle Website:  http://riyadh2017.fide.com/

 

FIDE-Blitzschach-Weltmeisterschaften

Einspruch von GM Ernesto Inarkiev       

 

mihu / 30.12.17       

Datum
31.12.2017
International
Volkmar Mitterhuber
18.12.2017
International
Volkmar Mitterhuber
18.12.2017
International
Volkmar Mitterhuber
09.12.2017
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Robert Baumfrisch
27.11.2017
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Volkmar Mitterhuber
26.11.2017
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Volkmar Mitterhuber
22.11.2017
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08.11.2017
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27.10.2017
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Volkmar Mitterhuber

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